Archiv der Kategorie 'Jugendarbeit'

Beispiele für Soziale Medien in der Verbands- und Bildungsarbeit

10. Januar 2014

Heute war ich auf einer spannenden Tagung von Arbeit und Leben Niedersachsen zum Thema Social Media eingeladen, die sich mit sehr unterschiedlichen Aspekten Sozialer Medien beschäftigte und von der ich leider nur den letzten Tag mitnehmen konnte. Das Thema meines Inputs lautete “Nutzungsmöglichkeiten und Beispiele für Soziale Medien in der Verbands- und Bildungsarbeit”. Nach einer kurzen Einführung zu Herausforderungen für Verbands- und Bildungsarbeit, die sich u.a. aus dem Wandel der Kommunikationskultur und der Verbreitung von Sozialen Medien entwickelt haben, stellte ich einige Nutzungsmöglichkeiten Sozialer Medien in Verbandsarbeit, Jugendarbeit und Bildungsarbeit vor, gab Praxistipps und berichte von konkreten Beispielen und Erfahrungen. Besonders spannend an Social Media in diesem Kontext sind meines Erachtens die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten für neue Beteiligungs- und Demokratieformen. Hierzu gibt es bereits erste Empfehlungen und Anhaltspunkte für gelingende ePartizipation, es gilt aber, viel zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln! Natürlich gibt es auch viele Schwierigkeiten und offene Fragen, aber die Chancen für eine lebendigere Mitbestimmungs- und Beteiligungskultur sollten Ansporn sein, neue Wege zu erkunden!
Die Präsentation habe ich hier eingebunden, weiteres zum Thema demnächst hier.

Nutzungsmöglichkeiten und Beispiele für Soziale Medien in Verbands- und Bildungsarbeit from Steffen Stubenrauch

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Jugendliche an Medien beteiligen!

2. Dezember 2013

Aktuell wird im Medienbereich viel über Jugend diskutiert und geschrieben. Ein wichtiger Anlass hierfür ist das Bestreben von ARD und ZDF, einen gemeinsamen Jugendkanal einzurichten. Nach viel hin und her und Diskussionen zwischen den Anstalten wurde der Vorschlag im Oktober an die Ministerpräsidentenkonferenz herangetragen. Für viele überraschend wurde das Konzept dort nicht durchgewunken, sondern zur Nachbesserung zurückverwiesen. Fast schon tragisch dabei ist, dass die MinisterpräsidentInnen ausgerechnet eine angemessene Beteiligung von Jugendlichen am geplanten Jugendkanal monierten.

Fehlende Jugendbeteilgung beim Jugendkanal

Konkret fordern sie einen Jugendbeirat, der den Kanal begleiten und die Interessen von Jugendlichen einbringen soll. Ein solcher Jugendbeirat ist ein wichtiger Baustein von Jugendbeteiligung, aber er darf nicht der Einzige bleiben! Wenn der geplante Jugendkanal Jugendliche erreichen will, muss er auch moderne Formen von Partizipation zulassen und mit ihnen experimentieren und er muss über Dinge berichten, die Jugendliche selbst gestalten. Das nach wie vor hohe ehrenamtliche Engagement, viele tolle Projekte von Jugendlichen und jungen Menschen oder kreativ aufbereitete Jugendthemen bieten viele Möglichkeiten einer beteiligungsorientierten Berichterstattung, die nicht nur skandalisiert und problematisiert, sondern Jugendliche als Handelnde in Szene setzt.

Die fehlende Beteiligung von Jugendlichen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird aber nicht nur an der fehlenden Beteiligung am Jugendkanal deutlich, sondern zeigt sich auch beim zweiten großen aktuellen Medienthema, nämlich der Zusammensetzung der Aufsichtsgremien und speziell des ZDF–Fernsehrats.

Jugendliche im ZDF-Fernsehrat? Kein Thema!

Hier geht es darum, dass die Besetzung zu stark von Politik dominiert wird und die nötige Staatsferne nicht erkennbar sei. In dem Zusammenhang wird in den Medien momentan viel darüber diskutiert, dass einige wesentliche gessellschaftlichen Gruppen nicht im Fernsehrat vertreten sind und die Zusammensetzung nicht mehr zeitgemäß sei. Das ist vollkommen richtig! Interessant an der Diskussion ist aber, dass Jugendliche und Jugendverbände /-organisationen in diesem Kontext nicht genannt werden. Sie sind bisher nicht im Fernsehrat vertreten und werden in der öffentlichen Diskussion scheinbar nicht als gesellschaftlich relevante Gruppe wahrgenommen, die zwingend eingebunden werden müsste und die Medienlandschaft mitgestalten sollte. Und das, obwohl ständig darüber gemeckert wird, dass die jungen Zielgruppen nicht erreicht werden und dass der Rundfunk sich dem digitalen Zeitalter stellen muss.

Beide Themen zeigen, dass Jugendliche zwar als Zielgruppe interessant sind,  Jugendliche ernsthaft einzubinden wäre ein wichtiger Schritt dorthin!

Hintergrund zu diesem Beitrag: im Rahmen der Medienkonferenz des Deutschen Bundesjugendrings, die aus den Jugendvertreter_innen in den Rundfunkräten und Landesmedienanstalten zusammengesetzt ist, haben wir ein Positionspapier zur Jugendbeteiligung an Medienangeboten beschlossen, das unter anderem auf die hier diskutierten Themen eingeht und hier zum Download bereitsteht. Dieses wurde kurz vor der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz veröffentlicht.

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Telefonkonferenzen mit Webtools unterstützen

2. April 2012

Telefonkonferenzen können hilfreiche Mittel sein. Gerade auf überregionaler Ebene müssen oft Dinge geklärt werden, auch wenn nicht alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen anreisen können. Mittlerweile werden stattdessen gerne auch Videokonferenzen via Skype oder andere Dienste genutzt. Wenn die technische Ausstattung und die Bandbreite aller Beteiligten es zulässt, kann die Möglichkeit sich nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, sicherlich zur produktiveren Arbeit beitragen.

google-docs oder Etherpads parallel zur TK nutzen

Eine andere Möglichkeit, die Konzentration der Beteiligten mittels Internet zu erhöhen und das gemeinsame Arbeiten visuell zu unterstützen, ist die parallele Nutzung von Web-Dokumenten. Hierfür bietet sich google-docs an, aber auch etherpads von anderen Anbietern oder zum selbst installieren sind möglich.

Etherpads sind einfache Textverarbeitungsprogramme, die auf Servern laufen und auf die mehrere Personen gleichzeitig zugreifen und in ihnen schreiben können. In letzter Zeit haben vor allem die Piraten den Begriff populär gemacht, weil sie ihre Sitzungen mit diesen und anderen Tools unterstützen und somit Transparenz schaffen und kollaboratives Arbeiten möglich machen. Google-Docs ist ein weiterentwickeltes etherpad, das auf der gleichen Technik basiert. Der Vorteil hier ist aber, dass google dem Dienst eine chice Oberfläche spendiert hat und google-docs wesentlich einfacher und intuitiver erscheint als andere etherpads, die z.B. hier getestet und genutzt werden können. Weiter ist vorteilhaft, dass Dokumente unkompliziert so konfiguriert werden können, dass sie entweder öffentlich sind, nur für bestimmte Email-Adressen freigegeben werden, oder für alle zugänglich sind, die über den (sehr langen) Link zum Dokument verfügen. Dieser kann per Email, facebook oder was auch immer an die Beteiligten verschickt werden – ob die Datei im Lese- oder auch im Schreibzugriff geöffnet wird, ist einstellbar. Für die Einrichtung eines Dokuments ist ein kostenloser google-Account notwendig.

Aktuelle Tagesordnung für Alle, live-Protokoll & Diskussion

Ein Anwendungsbeispiel sind Gremien-Sitzungen. Die Tagesordnung ist für alle in der aktuellen Version sichtbar, das Protokoll kann live mitgeschrieben und von allen verfolgt werden. Beim Erstellen von Texten wie z.B. Anträgen, Pressemitteilungen oder Einladungen können Alle gleichzeitig Änderungen vornehmen (sofern gewünscht und in den Berechtigungseinstellungen aktiviert). Hilfreich ist hier auch die Diskussionsfunktion, mit der Kommentare an bestimmten Stellen im Dokument hinterlassen werden können, die sofort neben dem Dokument angezeigt werden und ebenfalls wieder kommentiert werden können. Zusätzlich gibt es eine Chat-Funktion, die ebenfalls neben dem Dokument eingeblendet werden kann. So können schnell Meinungen ausgetauscht und bewertet werden, was bei Telefonkonferenzen sonst schwierig und langwierig ist, da immer nur eine Person reden darf.

Fazit: Webtools unterstützen TKs, ersetzen aber keine Moderation

Ein gemeinsamer Blick auf ein Dokument schafft bei Telefonkonferenzen vor allem eine höhere Konzentration. Gerade bei mehereren TeilnehmerInnen und dadurch geringeren Redeanteilen besteht die Gefahr, öfter mal abzuschweifen, wenn visuelle Bezüge fehlen. Der Blick auf den Bildschirm zeigt den aktuellen Diskussionsstand und schafft Beteiligungsmöglichkeiten.

Wichtig ist aber wie bei “echten” Treffen auch eine gute Moderation. Wenn die Chat-Funktion dazu genutzt wird auszutauschen, wer sich in der Mittagspause welche Pizza bestellt, leidet die Konzentration enorm. Das ist genauso, wie wenn bei Gremiensitzungen Nebengespräche geführt werden. Hier sollte eine Person die Moderation übernehmen, die in solchen Fällen zum Unterlassen auffordert. Und wie echte Treffen brauchen auch längere Telefonkonferenzen ab und zu eine Pause.

Eine Frage für viele ist, ob google-Dienste genutzt werden sollen, oder ob es vergleichbare Alternativen gibt. Ich finde den optischen Unterschied und die Benutzerfreundlichkeit zwischen herkömmlichen Etherpads und google-docs so groß, dass ich in der Regel zu google-docs greife. Ein Argument dafür ist auch, dass nur eine Person eine Account braucht, um den Dienst nutzen zu können, weitere NutzerInnen können ohne Account mitarbeiten. Das ist zwar nicht so chic, weil die anderen Beteiligten dann nicht mit Namen, sondern mit “anonymous user xyz” angezeigt werden, geht aber auch. Letztlich ist es aber immer eine Frage der Prioritäten: technikaffine Gruppen, die nicht so einen großen Wert aufs Erscheinungsbild legen, nutzen sicherlich auch andere Etherpads, ebenso Gruppen, denen eine kritische Haltung  zu google sehr wichtig ist und dafür bereit sind, auf Vorteile zu verzichten. Für EinsteigerInnen und Gruppen, denen es wichtig ist, dass es einfach ist und funktioniert,  ist die niedrigschwelligere Version von google dagegen sicherlich vorzuziehen. Kostenlos nutzbar sind beide Varianten.

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Eigene Online-Zeitungen einfach erstellen!

25. März 2012

Logo von paper.li

Mit paper.li lassen sich unkompliziert recht chice Zeitungen erstellen.

Die Flut an Informationen wird immer größer. Was ist in meinem Arbeitsumfeld passiert? Welche aktuellen und für mich spannenden News gibt es? Warum finde ich nur Nachrichten, die mich gar nicht interessieren? Fragen wie diese werden immer häufiger. Das Filtern von Informationen und das Lesen oder Aufnehmen derselben, wird immer wichtiger.

Eigene Inhalte zusammenstellen

Eine Möglichkeit, einen schnellen Überblick über Aktuelles zu bekommen ist der Dienst paper.li, mit dem man sehr einfach eine eigene Online-Zeitung erstellen kann, die selbst ausgewählte Inhalte übersichtlich darstellt und wahlweise täglich, wöchentlich oder zweimal täglich erscheint. Die Inhalte dafür können individuell aus unterschiedlichen Quellen erstellt werden: derzeit sind das Twitter, Facebook, google+ und RSS-Feeds. Da sehr viele Organisationen, Personen, Medien und andere Gruppen diese Tools nutzen, lassen sich individuelle Zeitungen sehr gut erstellen. Was dafür nötig ist, ist die Quellen zusammenzutragen. Wenn ich also die Nachrichten von tagesschau.de in meiner Zeitung haben möchte, muss ich entweder einen RSS-Feed einfügen, oder @tagesschau bei twitter finden und die Quelle bei der Zeitungserstellung eingeben. Besonders hilfreich sind hierbei Twitter-Listen: damit lassen sich thematisch ähnliche Twitter-Accounts in eine Liste bündeln, die dann als Zeitungsquelle dienen kann. Aufgenommen werden dabei immer nur tweets, die auf eine Website verlinken – damit werden uninteressante oder reine Meinungsäußerungen / Kommentare  herausgefiltert.

Beispiel Jugendarbeit-Niedersachsen-News

Nach diesem Prinzip habe ich die Jugendarbeit-Niedersachsen-News erstellt, die über Aktuelles aus der Jugendarbeit berichtet und dies aus der Liste @st_stubenrauch/jugendarbeit-nds bezieht. Die Zeitung erscheint automatisch wöchentlich (in der Regel sonntags) und indem ich sie als eine Startseite auf meinem Browser eingestellt habe, bekomme ich sie immer direkt zu sehen.


Die Zeitung kann auch in Webseiten eingebunden werden. Übersichtlicher ist sie aber auf der Original-Seite zu finden. Die Kategorien sind festgelegt und können nicht verändert werden. Dafür sind ältere Ausgaben im Archiv zu finden.

Die dauerhafte Aufgabe bei dieser Art Twitter zu lesen ist es, regelmäßig die Quellen zu überprüfen: haben weitere Akteure angefangen zu twittern? Kann ich Akteure, die nicht twittern anders einbinden?

Fazit

Ich finde paper.li deshalb so attraktiv, weil es chic und einfach ist. Ich scrolle nur selten Twitter-Listen auf meinem Smartphone oder PC durch. Das Zeitungslayout schafft eine Übersichtlichkeit und gibt einen schnellen Überblick über für mich wichtige News.

Der Dienst eignet sich nicht nur für wöchentliche Zeitungen wie die Jugendarbeit-Niedersachsen-News, sondern auch für tägliche oder sogar zweimal-tägliche Aktualisierungen. So liegt jeden Morgen eine aktuelle Zeitung auf dem Bildschirm oder Tablet (was ich leider noch nicht testen konnte…).

Hingewiesen sei noch darauf, dass es sicherlich mehrere Möglichkeiten gibt, twitter- und andere social-media-Kanäle anschaulich zu nutzen. Bei meiner Recherche schien mir paper.li für meine Zwecke am geeignetesten.

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LJR-Vollversammlung 2012: Vorstand wiedergewählt, Alevitische Jugend aufgenommen

6. März 2012

Der wiedergewählte Vorstand des LJR

Foto: Mark Mühlhaus, attenzione-photo.com

Drei Themen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Vollversammlung des Landesjugendrings Niedersachsen, die am 3.3. in Hannover stattfand.

Zum einen die einstimmige Aufnahme des Bundes des Alevitischen Jugend Norden in den LJR. Damit konnte gleichzeitig ein erster Schritt des neuen Projekts “neXTkultur – Migration | Partizipation | Integration | Kooperation” getan werden, das den Delegierten bei der VV vorgestellt wurde. Cordula Hasenkamp-Meinheit und der neue Projektleiter in der Geschäftsstelle Kadir Oezdemir berichteten über die Ziele: Bis Ende 2013 soll eine Strukturanalyse von MigrantInnen-Jugend-Selbstorgansiationen (MJSO) in Niedersachsen erstellt werden, Kooperationen erfasst und Kooerations-Potentiale erkannt werden. Die Hauptzielrichtung ist es, Partizipation durch MJSO zu fördern und strukturell zu verankern, anstatt das Augenmerk darauf zu legen, einzelne Jugendliche mit Migrationshintergrund in bestehende Strukturen und Verbände zu integrieren.

Zum zweiten wurde die Situation der Jugendarbeit auf örtlicher Ebene kritisch diskutiert. Hier besteht ein dringender Entwicklungsbedarf, um ehrenamtliches Engagement vor Ort auch in Zukunft möglich und attraktiv zu machen. In vielen Orten ist der Bereich Jugendarbeit zugunsten von anderen wichtigen Aufgaben aus dem Blick geraten. Zudem haben gesellschaftliche Veränderungen die Bedingungen für ehrenamtliches Engagement verändert. Der Landesjugendring will sich in den nächsten zwei Jahren verstärkt diesem Thema widmen – erste Gespräche mit Politik sind bereits vereinbart.

Als dritter Schwerpunkt standen die Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung. Hier wurde der bisherige Vorstand für die nächsten zwei Jahre bestätigt. Im Bild von links nach rechts: Cordula Hasenkamp-Meinheit (DLRG-Jugend), Jens Risse (BDKJ, Vorstandssprecher), Susanne Martin (Deutsche Schreberjugend, Schatzmeisterin), Steffen Stubenrauch (JANUN), Kerstin Pätzold (DGB-Jugend), Cornelia Grothe (AEJN).

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