Ökostrom beim Radeln – Erfahrungsbericht Fahrrad-Navi-Urlaub (Teil1)

5. August 2013

zzing und Smartphone am Rad

Das “zzing” zum Stromladen hatte ich am Vorbau befestigt, von wo aus es mein Smartphone durch ein 20cm kurzes USB-Kabel mit Strom versorgte.

Mein Sommerurlaub liegt dieses Jahr schon etwas zurück, der war nämlich schon im Mai. Mit dem Rad von Budapest nach Belgrad an der Donau entlang. Ich nutzte den Urlaub, um selbst Ökostromproduzent zu werden und mein Smartphone auch ohne Steckdose lange betreiben zu können. Ein Navi sollte den Weg weisen und so habe ich mich im Vorfeld auf die Suche gemacht, wie es klappen könnte, ein Smartphone im Ausland dafür zu nutzen und nicht ständig einen leeren Akku zu haben. Ich stand vor allem vor zwei großen Problemen: um teures Roaming zu vermeiden, musste es ein offline-Navi sein; und da wir vorhatten viel zu zelten und nicht immer eine Steckdose in der Nähe war, brauchte ich eine Lösung zum Akku-Laden.

Stromladegeräte für Nabendynamos

Es gibt Ladegeräte, die Nabendynamos nutzen, um nicht Licht, sondern Strom zu erzeugen. Auch wenn diese noch nicht so verbreitet sind, finde ich die Idee super! Beim Radfahren kann damit ständig Strom erzeugt werden, und wenn man regelmäßig – zum Beispiel täglich zur Arbeit – fährt, kann dies reichen, um die benötigte Energie fürs Handy zusammen zu bekommen. Gerade für Fahrradurlaube, in denen viel gefahren wird und möglicherweise sogar mit Navi, ist solch ein Gerät ein nützlicher Begleiter. Ich begann mich zu erkundigen, was es gibt und was wichtig ist zu bedenken. Die einfachsten Geräte gibt es schon für ab 10€, aber natürlich haben sie Nachteile. Einen guten Überblick über verschiedene Systeme und Vor- und Nachteile bietet die Seite fahrradzukunft.de. Aktuell gibt es auch einen Test von sechs Ladegeräten in der Ausgabe 4/2013 der Zeitschrift Trekkingbike.

Ein wichtiger Aspekt war für mich die Zwischenspeicherung im Akku. Wird die Energie direkt ans Handy oder Navi weitergegeben, entstehen beim Radfahren ständige Wechsel zwischen Auf- und Entladung durch Stoppen an Ampeln oder sonstwo. Auch wird die Reichweite natürlich erhöht, wenn die Energie zwischengespeichert werden kann und ein voller Handy-Akku und der Ladegerät-Akku mit auf die Reise geht. Ein weiterer Aspekt ist die einfache und saubere Montage. Entscheidet man sich nicht für ein ganz billiges System, das dauerhaft montiert werden kann, sollte man es leicht wieder abnehmen können. Das macht Sinn gegen Diebstahl, aber auch gegen Wind und Wetter. Ein weiterer Aspekt ist die Regenfestigkeit, wobei eine völlige Dichtheit für mich nur Sinn macht, wenn man auch das Handy samt Anschlusskabel völlig regendicht auf dem Lenker montieren kann – mit nassem Handy nützt auch ein regendichtes Ladegerät nichts.

Ich entschied mich schließlich für das zzing. Die Gründe dafür waren vor allem der Akku, der auch mit Netzteil an der Steckdose aufladbar ist und daher schon vor der Tour voll geladen mit auf die Reise gehen kann, und die einfache Anbringung mit clickfix-System. Außerdem  schien es mir am besten durchdacht und praxistauglich.

Das zzing kam schick verpackt an.

Das zzing kam liebevoll verpackt an.

Die Erwartungen konnte das zzing dann im Einsatz auch erfüllen. Schon bei langsamer Geschindigkeit (im Web hieß es ab 12 km/h, meins sprang auch schon bei deutlich langsamerer Fahrt an) wurde der Akku geladen, was man ein einer LED sehen kann. Die Montage war einfach und anders als in der Anleitung produziert es bei mir auch Strom, wenn das Licht angeschaltet ist (vielleicht weniger?).  Die Anbringung mit dem clickfix-System ist durchdacht und sehr einfach. Dass es keine absoute Regenfestigkeit hat, hat mich nicht gestört. Spritzwasser und leichten Regen kann das zzing gut ab, wenn die Anschlüsse belegt und vielleicht nicht gerade nach oben ausgerichtet sind. Und bei Starkregen habe ich sowieso das Smartphone eingepackt und konnte auch auf das Akkuladen in dieser Zeit verzichten (meist fährt man ohnehin nicht stundenlang im Regen).

Der Akku reichte im Schnitt drei Tage, wenn das Navi angeschaltet war und der Akku zu Beginn geladen war. Im Endeffekt benötigt mein Smartphone (Samsung Galaxy Note mit großem Display) mit aktivem Navi und angeschaltetem Display mehr Strom, als das zzing produzieren kann. Aber durch die Möglichkeit, hin und wieder mit einer Steckdose nachzuhelfen, reicht es vollkommen aus. Außerdem muss man beim Radfahren auch nicht immer das Display eingeschaltet lassen. Den einzigen wirklichen Nachteil fand ich, dass es keine Möglichkeit gibt, den Ladestand des Akkus zu überprüfen. Die Frage, ob es sich lohnt, nach einer Steckdose Ausschau zu halten, oder ob der Akku noch gut geladen ist, lässt sich leider nicht beantworten. Das ist auch auf Dauer ein Nachteil, wenn das Gerät nicht mehr so regelmäßig in Betrieb ist, weil es für die Akkupflege wichtig ist, den Akku regelmäßig komplett zu laden und zu entladen. Aber auch wenn dies noch verbessert werden könnte,war das zzing eine sehr gute Anschaffung, die ich wieder tätigen würde! Toll ist auch, dass das zzing nicht nur am Fahrrad funktioniert, sondern überall als Zweitakku genutzt werden kann!

In Teil 2 berichte ich (demnächst) über Offline-Fahrrad-Navi-Apps für Android, bei denen ich länger nach einer Lösung suchen musste, die meinen Bedürfnissen gerecht wurde.

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