Twitterwall als Beteiligungsmethode auf Veranstaltungen nutzen!

10. November 2012

Die Twitterwall wurde während der Diskussion zur Wegwerfgesellschaft (in Bezug auf Lebensmittel) stark genutzt und brachte oft genau die Fragen in den Fokus, die die TeilnehmerInnen bewegten.

Twitterwalls sind tools, die bestimmte Beiträge auf Twitter übersichtlich darstellen. Sie lassen sich nutzen, um beispielsweise alle Beiträge zu einem Hashtag (Stichwort bei twitter) zu visualisieren (vgl. Fotos). Auf dem Jugendkongress “Burger, Bauern & Banditen” von JANUN e.V. und anderen nutzten wir twitterwalls aktiv als Beteiligungsmethode bei Podiumsdiskussionen.

Hierzu wurde eine Twitterwall mit Beamer an die Leinwand hinter dem Podium projiziert, so dass alle ZuhörerInnen die aktuellsten Beiträge sehen konnten. Zuvor wurde ein Hashtag verabredet, das in jedem Tweet enthalten sein muss, damit es an der Wall erscheint, in unserem Fall war das #2012bbb. Da nicht viele der TeilnehmerInnen ein Smartphone (und keinen eigenen Twitter-Account) hatten, verteilten wir geliehene Geräte (iPads, Netbooks, Notebooks) ans Publikum. Auf allen Geräten war bereits ein Twitter-Account installiert, der von allen genutzt werden konnte. Wir erstellten drei verschiedene Veranstaltungsaccounts, von denen wir je einen auf den Geräten installierten. Wer einen eigenen Account hatte, konnte natürlich auch diesen benutzen. So waren alle TeilnehmerInnen während der gesamten Diskussion in der Lage, Fragen zu stellen und Kommentare und Meinungen abzugeben, ohne sich melden und die Diskussion unterbrechen zu müssen.

Damit das Podium auch auf die Fragen und Anmerkungen eingehen konnte, stellten wir mehrere Bildschirme auf die Bühne, auf denen ebenfalls die Twitterwall zu sehen war. So wussten die Podiumsgäste, welche Meinungen vertreten sind, welche Fragen an sie gestellt werden etc. Und sie konnten bei ihren Beiträgen selbst entscheiden, ob sie auf die Tweets eingehen wollen oder nicht.

Als Twitterwall nutzten wir den Dienst twitwalls.com. Dort kann man sich leicht mit seinem Twitter-Account einloggen, ein Hashtag eingeben und bekommt dann direkt die Twitterwall auf den Bildschirm. Ebenso getestet haben wir twitterwall.me, was sich leider nicht eignete, weil nach einer gewissen Zeit die Wall verschwand und durch ein prouktbezogene Seite ersetzt wurde. Leider, denn ansonsten ist das Design der Twitterwall auch sehr gut für diesen Zweck nutzbar. Nicht für diesen Zwedck nutzbar dagegen ist der sehr chice und dynamische Dienst visibletweets.com, weil er zuviel Unruhe schafft und vom Programm ablenkt.

Fazit:

Mehrere Bildschirme auf der Bühne sorgten dafür, dass die Podiumsgäste die Twitterwall ebenfalls sehen konnten. Sie gingen regelmäßig auf Tweets aus dem Publikum ein.

Die anfängliche Skepsis der meisten an der Vorbereitung Beteiligten wich einer Faszination. Die “Methode Twitterwall” schaffte es tatsächlich, eine sonst oft sehr podiumslastige Diskussion wesentlich lebendiger und vielfältifger zu machen und die Fragen, Meinungen und Bedürfnisse der Anwesenden wesentlich stärker einzubringen. Im Gegensatz zu klassischen Podiumsdiskussionen, bei denen es oft nur am Ende 10 Minuten Zeit für Beteiligung gibt (die gab es hier auch!), wurde des gesamte Verlauf der Diskussion vom Publikum beeinflusst und Schwerpunkte dort gesetzt, wo es besonders viele Nachfragen oder unterschiedliche Meinungen gab. Auch aufgefallen ist, dass zumindest die jugendlichen TeilnehmerInnen unseres Kongresses nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz mit Smartphones ausgestattet war. Die Quote der Twitter-NutzerInnen unter unseren Jugendlichen war sogar noch niedriger. Daher war es besonders wichtig, ausreichend vorbereitete Geräte ins Publikum zu geben, die die Beteiligung auf diese Weise ermöglichten. Und das ohne zu viel Unruhe durch ständiges Weitergeben von iPads und co. zu schaffen. Dafür war sicher auch die Sitzordnung (Tische mit je ca. 10 Personen) hilfreich, da jede Tischgruppe sehr gut und ohne Störung die Geräte wechseln konnte.

Vorstellbar ist eine solche Beteiligungsmethode nicht nur bei Podiumsdiskussionen. Auch auf Delegiertenversammlungen (solange es um öffentliche Diskussionen geht), Planungstreffen mit vielen Beteiligten, oder auch Seminaren, Camps oder ähnlichen Jugendveranstaltungen sind Beteiligungsmöglichkeiten per Twitter sehr gut einsetzbar.  Bei längeren Veranstaltungen kann beispielsweise immer mal wieder eine Twitterwall eingesetzt werden und die Beiträge beziehen sich dann eben nicht nur auf eine Diskussion, sondern auf das komplette Camp etc.

Bisher keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort


6 × fünf =