WhatsApp und Facebook: jetzt ist die Öffentlichkeit für Alternativen da!

21. Februar 2014

whatsappVor einigen Wochen hatte ich auf Facebook gepostet, dass es eine verschlüsselte Alternative zu Whatsapp gibt und ich Leute suche, die sie mit mir nutzen oder testen wollen: keine Reaktion! So blieb Threema von meinem Smartphone fern, denn eine Chat-App ohne Chat-PartnerInnen macht nicht viel Sinn.

Dann bekam ich alleine gestern – am Tag des Bekanntwerdens der Übernahme von WhatsApp durch Facebook – zwei Anfragen zur Nutzung von Whatsapp-Alternativen von Freunden. Gleichzeitig schafft das Thema auf einmal eine riesige Öffentlichkeit. Sicher hat sich Facebook das so nicht vorgestellt: der Kauf zu einem smarten Preis von nur 19 Milliarden Dollar führt dazu, dass eine große öffentliche Debatte über Alternativen entsteht und viele NutzerInnen zumindest darüber nachdenken, ihre Chat-App zu wechseln. Und da es gerade bei solchen Anwendungen entscheidend ist, wo meine FreundInnen sind, können solche Wechselbewegungen sehr schnell massive Auswirkungen haben. Bisher ist das Pushen von Alternativen nie richtig geglückt, obwohl immer wieder Sicherheitslücken bei WhatsApp thematisiert wurden. Jetzt scheint es eine Öffentlichkeit dafür zu geben. Ich jedenfalls habe gestern Threema installiert und bin gespannt, wer dorthin folgt. Bisher sind es nur einige Kontakte.
Noch eine Anmnerkung zum Schluss: es gibt eine Vielzahl von Alternativen, über die auch viel berichtet wurde. Manche sollen in der Handhabung komplizierter sein, andere haben nur einen begrenzten Funktionsumfang. Und hier hat WhatsApp einen großen Vorteil: neben den vielen NutzerInnen haben sie den größten Funktionsumfang mit sehr komfortabler Bedienung.

3 Kommentare bisher

  • Nico sagt:

    Guter Beitrag, wir wissen, dass es so ist und immer erst etwas passieren muss, dass die Masse die Probleme einsieht. In diesem Fall ist es gegebenenfalls die Übernahme von Facebook.
    Aber: Die Bedienung und der Funktionsumfang ist mittlerweile bei Threema fast identisch. Ich bin von den drei Herren sogar sehr beeindruckt, dass diese nicht bereits die Funktion zur Einreichung von Fragen gekippt haben.
    Ich hoffe, dass der Wechsel viele Leute dazu bewegen wird. Immerhin wäre eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der 1. Schritt in eine sicherere Kommunikationswelt. Ggf. sogar löst es den Bedarf in anderen Bereichen aus. Ich würde es sehr begrüßen.
    Auch wäre eine weitere Sache diesbezüglich schön: Threema kann aufgrund der Verschlüsselung nicht einfach soetwas abziehen wie WhatsApp. Ich hoffe, das Start-Up entscheidet sich für den richtigen Weg.
    Viele Grüße
    Nico

  • Thomas sagt:

    Auch auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-02/29543374-internationaler-boom-fuer-whatsapp-alternativen-threema-und-telegram-016.htm konnte man nachlesen, dass das Interesse an Alternativen vorhanden war. Allerdings habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass viele, die sich gegen Whatsapp entschieden hatten, mittlerweile wieder dort sind, da viele nicht auf Dauer die Alternativen genutzt haben. So wird es natürlich sehr schwierig, dass sich diese auf Dauer gegen Whatsapp durchsetzen werden.

  • admin sagt:

    Meine Erfahrung ist auch, dass sich Threema und auch Textsecure (ist zusätzlich open source im Gegensatz zu Threema) nicht in der Breite durchsetzen konnten. Ich nutze beide mit einigen wenigen Leuten, die auch eher netzaffin sind. Die breite Masse nutzt aber weiterhin Whatsapp. Auch die Alternative der Post, die mit etwas Medienecho gestartet war, kam bisher nicht über 100.000 Downloads im Google Play Store und wird zudem von negativen Kommentaren überhäuft. So wird Facebook und Whatsapp zunächst Marktführer bleiben – vielleicht bis zum nächsten Medienhype, der dann den Umschwung schafft?